Verwaltung und Demokratie, kein Grund aufzugeben
Die Demokratie in Deutschland ist zunehmend bedroht. Angriffe auf ihre Werte und Institutionen nehmen zu. Auch die Verwaltung steht im Fokus dieser Angriffe – sei es durch persönliche Diffamierung von oder Gewalt gegen Mitarbeitende oder den Versuch, demokratische Prozesse zu delegitimieren.
Es fehlt eine klare Auseinandersetzung damit, wie die Verwaltung ihre Pflicht zur Verfassungstreue wahrnehmen kann, ohne Zweifel an ihrer grundsätzlichen parteipolitischen Neutralität aufkommen zu lassen.
In ihrem praxisnahen Kurzvortrag mit anschließender Diskussion sensibilisiert Doreen Denstädt vom Verein „Verwaltung für Demokratie e.V.“ Mitarbeitende der Hochschulen, insbesondere in der Verwaltung, für ihre Rolle im demokratischen Prozess und vermittelt ihnen rechtliche Grundlagen im Einsatz für den Schutz der Verfassung. Denn: Eine resiliente Verwaltung mit gemeinsamen Werteverständnis schafft Handlungssicherheit und stärkt Strukturen gegen demokratiefeindliche Angriffe sowie rechtswidriges Verhalten.
Zur Referentin:
Doreen Denstädt ist ehemalige Thüringer Ministerin für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, frühere Antiziganismusbeauftragte des Freistaats Thüringen und Polizeibeamtin. Als Schwarze Frau, die in Ostdeutschland aufgewachsen ist, verbindet sie persönliche Erfahrungen mit institutioneller Praxis und bringt so eine vielschichtige Perspektive auf Fragen von Teilhabe, Diskriminierung und gesellschaftlichem Zusammenhalt ein.
Aktuell studiert sie im Master Kinder- und Jugendmedien und beschäftigt sich dabei insbesondere mit der Frage, wie gesellschaftliche Vielfalt erzählt, vermittelt und erfahrbar gemacht werden kann. Als Gründungsmitglied des Vereins „Verwaltung für Demokratie e.V.“ setzt sie sich für eine Verwaltung ein, die demokratische Werte nicht nur umsetzt, sondern aktiv verteidigt und gestaltet.